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Aller-Leine-Tal 100+% Region

100% Renewable Energy Goal Achieved:

100+% Renewable Power Region, On Its Way to 100+% Renewable Heat  [Read more]

 

Interview mit  Herrn Cort-Brün Voige,
Projektgruppe Erneuerbare-Energie inm Aller-Leine Tal

 

1.) Wie kam es zu der Entscheidung eine 100% Versorgung mit Erneuerbaren anzustreben.


Unser Projekt gliedert sich zeitlich in mehrere Phasen:

 

1. Phase: 1996 – 2001:


Schwerpunkt Windenergie mit der Errichtung einer Bürgerwindanlage und mit der gemeinsamen Planung der Kommunen in der Region für Vorrangstandorte für Windenergie

 

2.  Phase: 2001 – 2006:

Schwerpunkt Solarenergie mit insgesamt mehr als 50 Projekten (s. auch unserer website www.alt-energieprojekt.haeuslingen.de unter dem Menüpunkt „Sonne auf`s Dach“) 3.     Phase seit 2007: Zusammenfassung und Fortführung des Projektes mit dem Ziel eine „100% EE Region+“ zu werden. Derzeit werden in allen 8 Gemeinderäten Grundsatzbeschlüsse hierzu gefasst (s. unter www.rethem.de unter dem Punkt „EnergieRegion+“) Unser Ziel ist eine 100% Versorgung plus x in den Bereichen Strom und Wärme. Begleitend gibt es eine Lenkungsgruppe die aus Mitgliedern unserer Projektgruppe, aus Kommunalpolitik und –verwaltung, aus Handwerkern, Vertretern der örtlichen Banken sowie aus Wissenschaft und Land- und Forstwirtschaft besteht. Gerade diese gute Vernetzung ist für unser Projekt einer der ganz großen Pluspunkte und Erfolgsgaranten!

 

 

2.) Welche Technologien setzen Sie ein und was war der Grund für diese Entscheidung? 

Im Aller-Leine-Tal wird ein recht ausgewogener Mix aus Wind- Photovoltaik- und Biogasanlagen betrieben. Insbesondere für Biogasanlagen ist Niedersachsen weltweit „die Region“ und in Niedersachsen ist unser Heidekreis mit den angrenzenden Gebieten (Landkreise Celle und Rotenburg) neben der Region Cloppenburg und Vechta führend. Der Landkreis Heidekreis ist bundesweit der Landkreis in dem pro Einwohner die höchste Leistung an Biogasanlagen am Netz ist. Allein bei uns in der Samtgemeinde werden 8 Anlagen mit einer Nennleistung von rd. 9 MW betrieben. Grund sind hierfür die räumlichen Gegebenheiten: Es gibt viel Fläche mit geringwertigem Boden. Darauf wächst aber immer noch sehr gut Mais und Mais ist „das Futter“ für Biogasanlagen. Aber auch im Photovoltaikbereich sind wir stark (sehr viele große Dächer von landwirtschaftlichen Betrieben und großen Firmen) und im Windbereich kommt uns unsere dünne Besiedlung zu Gute: hier stehen viele unbewohnte Flächen mit einer guten Netz-Infrastruktur zur Verfügung.

 

 

3.) Was war oder ist die grösste Hürde auf Ihrem Weg? Und wenn Sie diese bereits gemeistert haben, wie haben Sie das geschafft?

Die größte Hürde war die anfängliche Skepsis in der Bevölkerung und bei Teilen der Politik. Durch eine aktive und permanente Öffentlichkeitsarbeit sowie durch diverse Gespräche mit entsprechenden Meinungsbildnern haben wir hier einige Jahre (!!) gearbeitet. Nachdem die ersten Erfolge sichtbar wurden, verstummten die Skeptiker mehr und mehr und ziehen heute zum Teil begeistert mit. Weiter haben wir immer darauf geachtet, dass bei umgesetzten Projekten Bürgerbeteiligungen möglich waren (bei Windenergieanlagen und bei Photovoltaikanlagen – bei Biogasanlagen ist uns dies bisher noch nicht gelungen). Damit ist die Akzeptanz der Menschen in der Region mit „ihren“ Windenergie- und Photovoltaikanlagen deutlich gestiegen. Und ganz wichtig: immer „ehrlich“ kommunizieren (es gibt nichts was nur gut oder nur schlecht ist – Vor- und Nachteile sind offen zu benennen, dann abzuwägen und dann fällt eine Entscheidung).

 

Erneuerbare installiert (2012)
Biogas: 18 Anlagen mit einer Leistung von 10.13, Investitionen von 42 Mio. Euros.

Wind Energie: 54 Anlagen mit 87.62 MW, Investitionen von 127.5 Mio. Euro

Wasserkraft: 5 Anlagen mit 5.39MW, Investitionen von 0.1 Mio. Euro

Solar PV: 710 Anlagen mit 10.21 MW, Investitionen von 26.5 Mio. Euro

Solar thermisch: 10,350 qm2 installiert, Investitionen von 13.3 Mio. Euro

Gesamtinvestitionen in 15 Jahren =  209 Mio. Euro = 2,800 Euro per Einwohner in der Region


Energie Bilanz:
Der STrombedarf: 267.1 Gwh (2010)
Produzierte Energie von Erneuerbaren: Gesamt 286.7 Gwh (107.3%):
Windenergie: 169.7 Gwh – 63.5%
Wasserkraft: 28.5 GWh - 10.7%
Biogas: 80.1 Gwh 30%
Solar PV: 8.4 Gwh 3.1%

 

 

4.) Gab es/Gibt es unterstützende politische Rahmenbedingungen für Ihr Projekt?

Gab es oder gibt es politische Rahmenbedingungen die Ihr Projekt behindern - und falls ja wie gehen Sie damit um?

Ja, die kommunalen Gremien haben das Projekt seit 1996 unterstützt und aktiv begleitet. Geld gab es von den Gemeinden nicht, aber administrative Unterstützung. Das Land Niedersachsen hat die Erstellung einer beispielhaften Energiestudie 2011 mit nahezu 100% gefördert (rd. Euro 80.000). Die Studie ist unter www.rethem.de und dort unter dem Menüpunkt „EnergieRegion+“ einzusehen. Außerdem haben die Kommunen eine Potenzialstudie für die gesamte Region zur geothermischen Nutzung beauftragt. Diese ist ebenfalls auf der genannten website einzusehen.  

 

 

5.) Was ist der grösste Nutzen?

Die Wertschöpfung in der Region ist der größte Nutzen. Die Kommune profitiert durch zusätzliche Steuern (Gewerbesteuern aus Biogas- und Windenergieanlagen – Einkommensteuern der Unternehmer). Die Bürger profitieren durch die Einspeisevergütungen aus dem EEG und die Unternehmer durch die Installation und Betreuung der Anlagen (PV-Anlagen, Windenergie- und Biogasanlagen). Landbesitzer profitieren durch gestiegene Pachtpreise für die landwirtschaftlichen Flächen (Maisanbau für Biogasanlagen). Außerdem wurden diverse Arbeitsplätze in der Region gesichert und geschaffen durch die aktive Beteiligung der Region an der Energiewende (aktuellstes Beispiel: Ansiedlung der Fa. Freqcon in Rethem im Jahre 2012 – s. auch www.freqcon.de – entwickelt und betreibt die elektrische Ausrüstung für regenerative Energieerzeugungsanlagen – derzeit mit Schwerpunkt im chinesischen Markt)

 

 

Link: Aller-Leine-Tal - 100+% Renewable Energy Region

 

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